46, Tag.
und ſeine Mutter, die ihm aufmerkſam zuhoͤrten, eine geheime Beruhigung. Sie ließen ſich endlich uͤber⸗ reden.
„Du haſt Recht, mein Sohn,“ ſagte der Chan, „wir wollen uns der Vorſehung uͤberlaßen; und da die Leiden, welche uns umringen, auf der Tafel des Verhaͤngniſſes geſchrieben ſtehen,*) ſo wollen wir ſie, ohne zu klagen, erdulden.“
Mit dieſen Worten, entſchloſſen, ihr Ungluͤck ſtandhaft zu ertragen, ſetzten der Chan und ſeine Gat⸗ tinn und ſein Sohn, ihren Weg zu Fuße fort; denn die Raͤuber hatten ihnen auch ihre Pferde genommen. Sie wanderten lange ſo dahin, und lebten von Fruͤch⸗ ten, welche ſie in den Thaͤlern fanden; aber ſie ge⸗ riethen in eine Wuͤſte, wo die Erde nichts zu ihrem Unterhalte hervorbrachte, und der Muth ſank ihnen. Der ſchon bejahrte Chan fuͤhlte, daß die Kraͤfte ihm verſagten, und die von dem bisherigen Wege ermuͤdete Fuͤrſtinn vermochte ſich kaum aufrecht zu erhalten: ſo daß Kalaf, obgleich ſelber muͤde genug, doch beide, abwechſelnd, auf ſeinen Schultern trug, um ſie zu erquicken. Endlich, alle drei von Hunger, Durſt und Muͤdigkeit uͤberwaͤltigt, gelangten ſie an einen von furchtbaren Abgruͤnden umgebenen Ort. Es war ein
*) Vgl. oben zum 39. Tage.
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