264 45. Cag.
chem dieſer Fuͤrſt gewoͤhnlich die Geſandten vor ſich zu laßen pflegte. Hier nahm der Groß⸗Veſyr ihn bei der Hand, und fuͤhrte ihn in den Saal, wo der Koͤnig, in einem mit Diamanten, Rubinen und Smaragden bedeckten Gewande, auf ſeinem Elfenbein⸗ throne ſaß, um welchen alle die großen Herren der Tatarei umher ſtanden.
Kuluf war geblendet von dem Glanze welcher den Usbek⸗Chan umgab; und anſtatt ſeine Blicke bis zu dieſem Fuͤrſten emporzuheben, ſchlug er die Augen nie⸗ der, trat vor, und warf ſich zu den Fuͤßen des Thro⸗ nes nieder.
Als der Koͤnig ihn in dieſer Stellung ſah, redete er ihn an, und ſagte:
„Sohn Maſßauds, man hat mir geſagt, daß dir ſehr ſeltſame Abenteuer begegnet ſind; ich wuͤnſche, daß du ſie mir erzaͤhleſt, und ohne Hehl redeſt.“
Betroffen uͤber den Ton der Stimme, welche dieſe Worte an ihn richtete, hub Kuluf die Augen auf, und als er nun in dem Koͤnige denſelben Mann er⸗ kannte, welcher ihn beſucht hatte, den er fuͤr einen Beamten Usbek⸗Chans gehalten, und dem er alle ſeine Geheimniſſe anvertrauet hatte, warf er ſich mit dem
Antlitz auf den Boden, und fing an zu weinen.
Der Veſyr hub ihn auf, und ſagte zu ihm: „Fuͤrchtet nichts, junger Mann, naͤhert euch dem Koͤ⸗ nig, und kuͤſſet den Saum ſeines Kleides.“


