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Kalaf and Dilara. 265
Der Sohn Abdallahs trat, zitternd und zagend, bis zu den Fuͤßen des Koͤnigs hin; und nachdem er ihm den Rock gekuͤßt hatte, wankte er einige Schritte weich, und blieb ſtehen, das Haupt auf die Bruſt geſenkt. 2
Aber Usbek⸗Chan ließ ihn nicht lange in dieſer Stellung; der Fuͤrſt ſelber ſtieg von ſeinem Throne, nahm ihn bei der Hand, und fuͤhrte ihn in ſein Zim⸗ mer, wo er zu ihm ſagte:
„Kuluf, ſei nunmehr ganz beruhigt, und fuͤrchte nicht mehr das Schickſal; du wirſt ſeine Strenge nicht mehr erfahren: du ſollſt nicht von Dilara getrennt werden, ſondern mit ihr an meinem Hofe leben, und bei mir dieſelbe Stelle einnehmen, welche du zu Karako⸗ ruͤm bei dem Koͤnige Mirdſchehan hatteſt. Als ich, auf die Erzaͤhlung von deiner feſten Treue gegen deine Frau, aus Neugierde dich beſuchte, geſielſt du mir; und das Vertrauen, welches du in mich ſetzteſt, be⸗ ſtimmte mich vollends, dir das Leben zu retten, und dich fuͤr immer mit deiner geliebten Gattinn vereint zu laßen. Und dieſes wollte ich auf die Weiſe thun, wie du geſehen haſt. Die vierzig Kameele, die bei dir ſtehen, ſind aus meinen Staͤllen genommen; die Stoffe, womit ſie beladen waren, habe ich kaufen laßen; und Oſchoher, der ſie fuͤhrte, iſt ein Verſchnit⸗ tener, der ſehr ſelten aus dem Harem koͤmmt; den Brief, den du empfangen, habe ich durch meinen
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