Teil eines Werkes 
1. Bd. (1827)
Entstehung
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Kulaf und Dilara. 259

Die junge Frau war durch die Bemuͤhungen ihrer Sklavinnen aus ihrer Ohnmacht wieder zu ſich gekom⸗ men. Kuluf erzaͤhlte ihr nun alles, was eben vorge⸗ gangen war, und zeigte ihr den Brief Maſßauds.

Sie hatte ihn nicht ſo bald durchgeleſen, als ſie ausrief:

Gerechter Himmel! dir gebuͤhrt der Dank fuͤr dieſes erſtaunliche Wunder; du haſt Mitleid gehabt mit den beiden treuen Geliebten, deren Bande du ge⸗ knuͤpft haſt.

Geliebte Frau, ſagte der Sohn Abdallahs zu ihr,noch iſt nicht Zeit, uns der Freude zu uͤberla⸗ ßen; unſere Leiden ſind noch nicht zu Ende: was ſage ichzu Ende? ich ſchwebe mehr, als jemals, in Gefahr: ihr habt mich den Namen eines Mannes annehmen laßen, der ohne Zweifel zu Samarkand iſt; der Sohn Maſßauds muß hier in der Stadt ſein, ſein Vater ſchreibt ihm, und ſendet ihm vierzig mit Waa⸗ ren beladene Kameele, unter Dſchohers Fuͤhrung; die⸗ ſer Dſchoher, der wahrſcheinlich den Sohn ſeines Herrn niemals geſehen hat, wird dem Boten Muſaf⸗ fers gefolgt ſein: und ſo laͤßt ſich das Uebrige leicht begreifen. Dieſer Irrthum, ich geſtehe es, wuͤrde uns ſehr guͤnſtig ſein, wenn er von langer Dauer ſein koͤnnte. Nichts wuͤrde uns verhindern, jetzo die Flucht zu ergreifen, weil wir fortan nicht mehr bewacht wer⸗ den: aber die Neuigkeit von der Ankunft der Kameele