Teil eines Werkes 
1. Bd. (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

254 43. Tag.

Reiz fuͤr mich haben koͤnnte? Grauſamer, du willſt alſo, daß ich ſehnſuͤchtige und jammervolle Tage hin⸗ ſchleppe? Nein, nein, ich will dich begleiten, und mit dir ins Grab ſteigen. Taher, der verhaßte Taher, ſoll mit dem was er haßt, zugleich das was er liebt, zu Grunde gehen ſehen; er ſoll nicht Urſache haben, ſich deines Todes zu freuen. Ja, warum ſollſt du denn ſterben? mich allein muß die Strafe treffen; deine Frau iſt es, die dich meineidig gemacht, und dir die Luͤge eingegeben hat, welche dein Tod ſuͤhnen ſoll; mir alſo gebuͤhrt es, zum Schlachtopfer zu die⸗ nen: es iſt wenigſtens gerecht, daß ich ebenfalls be⸗ ſtraft werde. Auf, laß uns zu unſerm Richtplatze ge⸗ hen; ich will aller Welt zu erkennen geben, daß ich lieber mit dir umkommen, als dich uͤberleben will.

Der Sohn Abdallahs bekaͤmpfte das Vorhaben ſei⸗ ner Frau, er beſchwur ſie, ihm nicht einen ſo unſeli⸗ gen Beweis ihrer Zaͤrtlichkeit zu geben; aber Dilara ihrerſeits beharrte darauf, mit ihm ſterben zu wollen, und bat ihn, ſich ihrem Entſchluſſe nicht zu wider⸗ derſetzen.

Waͤhrend ſie ſich hieruͤber nicht vereinigen konnten, hoͤrten ſie einen großen Laͤrm an der Straßenthuͤre, und bald ſahen ſie den Kadi, im Gefolge mehrerer Leute, darunter auch Muſaffer und ſein Sohn waren, in den Hof treten. Bei dieſem Anblicke ſank die Toch⸗

ter Boyruͤks in Ohnmacht, und waͤhrend ſie noch unter