Teil eines Werkes 
1. Bd. (1827)
Entstehung
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Kuluf und Dilara. 251

Zaͤrtliche Gatten, ſagte er,ich bin geruͤhrt von eurer Betruͤbnis. Ich wuͤnſchte euch dienen, und es von euch abwenden zu koͤnnen, beide den Giftbe⸗ cher der unſeligen Trennung zu leeren. Wollte Gott, junger Mann, daß ich euch der Gefahr entreißen koͤnnte, in welcher ihr ſchwebt! Aber das ſcheint mir ſehr ſchwierig. Der Kadi iſt ein wachſamer und un⸗ beugſamer Richter. Seine Wachſamkeit moͤchte kaum zu taͤuſchen ſein, und er wird euch nicht verzeihen, ihn betrogen zu haben. Alles was ich euch rathen kann, beſteht darin, euer Vertrauen auf Gott zu ſetzen, der auch die verſchloſſenſten Pforten eroͤffnen und die unuͤberſteiglichſten Hinderniſſe aus dem Wege raͤumen kann. Flehet durch heiße Gebete ſeine Huͤlfe an: und verzweifelt nicht, gluͤcklich aus dieſer Verle⸗ enhet zu kommen, obwohl ihr keinen Anſchein dazu ehet.

Mit dieſen Worten nahm der Beamte Abſchied von Kuluf und ſeiner Frau, und entfernte ſich.

Man muß geſtehen, ſagte hierauf die Tochter Boyruͤks,es gibt eine recht ſonderbare Art Leute auf der Welt. Sie kommen, euch ihre Dienſte anzu⸗ bieten; wenn ihr ihnen betruͤbt ſcheinet, ſo dringen ſie in euch, ihnen euern Kummer zu erzaͤhlen, indem ſie euch Linderung deſſelben verheißen: und wenn ſie nun durch ihre zudringlichen Artigkeiten euch gezwun⸗ gen haben, ihre Neugierde zu befriedigen, ſo beſteht