Teil eines Werkes 
1. Bd. (1827)
Entstehung
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Kuluf und Dilara. 249

Es war dieſes ein Geſang, welchen ſie zu Kara⸗ koruͤm, nach Kulufs Ungnade gemacht hatte. Und ſie konnte ihn nicht ſingen, ohne der Seele dieſes Gelieb⸗ ten die ruͤhrendſten Bilder vorzufuͤhren: der junge Mann verſank in eine tiefe Traͤumerei, und bald fing er bitterlich an zu weinen.

Der Beamte des Koͤnigs war daruͤber verwundert, und fragte ihn nach der Urſache dieſer Thraͤnen.

Ach! antwortete der Sohn Abdallahs,was frommt es euch, davon die Urſache zu wiſſen? es iſt⸗ euch nicht weniger unnuͤtz, ſie zu erfahren, als mir, ſie zu ſagen. Ich rief mir eben meine vergangenen Leiden wieder ins Gedaͤchtnis; und ich kann dabei nicht an die mir noch drohenden Leiden denken, ohne von dem lebhafteſten Schmerze durchdrungen zu werden..

Dieſe Antwort genuͤgte dem Beamten des Koͤnigs nicht, und er ſagte: 3

Junger Fremdling, im Namen Gottes, erzaͤhlet mir eure Abenteuer. Es iſt nicht aus Neugier, daß ich ſie hoͤren will; ich fuͤhle mich geneigt, euch zu die⸗ nen, und vielleicht wird es euch nicht gereuen, mir dieſes Vertrauen geſchenkt zu haben. Saget mir, wer ihr ſeid, ich ſehe wohl, daß ihr von Geburt ſeid redet, und verhehlet mir nichts.

Herr, erwiederte Kuluf,meine Geſchichte iſt etwas lang, und moͤchte euch langweilen.