Kuluf und Dilara. 247
wenn Kuluf wirklich der Sohn Maſßauds geweſen waͤre, und ſie angenehme Nachrichten von Chodſchend erwarteten.
Zwei und vierzigſter Tag.
Das Abenteuer des Huͤlla's, wie ſehr Muſaffer und ſein Sohn ſich bemuͤht hatten, es geheim zu hal⸗ ten, machte jedoch ſo viel Aufſehen in Samarkand, daß mehrere vornehme Leute das Paar ſehen wollten, welches die Liebe ſo innig vereinigt hatte; dergeſtalt, daß Kuluf und Dilara, als Gegenſtand der allgemei⸗ nen Neugierde, taͤglich neue Beſuche erhielten.
Eines Tages unter andern trat ein Mann von ſtattlichem Anſehen bei ihnen ein, und ſagte ihnen, er waͤre ein Beamter des Koͤnigs, er haͤtte vernommen was bei dem Kadi vorgegangen, und kaͤme ſie zu ver⸗ ſichern, daß ihr Gluͤck ihm am Herzen laͤge; kurz, er erbot ihnen ſeine Dienſte ſo freundlich, und er wußte ſie ſo gut von ſeiner Theilnahme zu uͤberzeugen, daß ſie ihm ihre Erkenntlichkeit nicht genug auszu⸗ druͤcken glaubten. Sie baten ihn, mit ihnen zu eſſen; und um ihm die große Hochachtung zu bezeigen, welche ſie fuͤr ihn hegten, nahm Dilara ihren Schleier ab; dergeſtalt, daß der Fremde, erſtaunt uͤber die


