Teil eines Werkes 
1. Bd. (1827)
Entstehung
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41. Sag.

Irrthum! Seid vielmehr uͤberzeugt, daß er die Ab⸗

ſicht hat, aus Samarkand zu entfliehen, und daß er vielleicht die Frau verleitet, ihm zu folgen. Aber was ſage ichvielleicht? ihr Anſchlag iſt ſchon gemacht, und ſie wollen ohne Zweifel nur deshalb die Wohnung veraͤndern, um ihren Entſchluß bequemer ausfuͤhren zu koͤnnen.

Das iſt nicht unmoͤglich, erwiederte der Kadi; aber ich werde dem vorbeugen: in welchem Stadt⸗ viertel ſie auch ihre Wohnung nehmen, ich werde ſie durch eine zahlreiche und aufmerkſame Wache beobach⸗ ten laßen, welche mir fuͤr ſie einſtehen ſoll.

Kuluf und Dilara hatten alſo die Freiheit, Mu⸗ ſaffers Haus zu verlaßen. Sie gingen denſelben Tag noch hinaus, und nahmen ihre Wohnung in einer Karavanſerei. Sie kauften einige Sklaven zu ihrer Bedienung. Es fehlte ihnen nicht an Geld und Gel⸗ deswerth; denn die Frau hatte ein anſehnliches Hei⸗ ratsgut, und eine große Menge von Edelgeſteinen. Sie dachten anfangs nur daran, ſich zu ergetzen. Das Vergnuͤgen, ſich jetzt ohne Zwang ihrer Liebe hingeben zu koͤnnen, verhinderte ſie in den erſten Ta⸗ gen, die traurigen Betrachtungen anzuſtellen, welche ihre gegenwaͤrtige Lage ihnen aufdringen mußte. Sie lebten, als wenn der Kadi ihnen keine Wache geſetzt haͤtte, und ſie leichtlich entfliehen koͤnnten; oder als