Kuluf
Mein zweiter Mann, der Sohn Maſßauds, hat meine ganze Zaͤrtlichkeit, und ich bitte den Herrn Kadi un⸗ terthaͤnigſt, zu verfuͤgen, daß es uns erlaubt ſei, in einem andern als Muſaffers Hauſe zu wohnen.“
„Ho, ho!“ ſagte hierauf der Kadi, indem er ſich zu dem erſten Manne wandte,„ihr ſehet, daß der Huͤlla nichts Unwahres behauptet hat, er war ſeiner Sache wohl gewiß.“
„Ha, die Treuloſe!“ rief Taher aus, ganz be⸗ taͤubt von dem offenen Bekenntniſſe der Frau:„wie hat ſie ſich ſeit geſtern ſo koͤnnen verfuͤhren laßen?“
„Es thut mir Leid um euretwillen,“ fuhr der Kadi fort;„denn ich kann mich nicht entbinden, ih⸗ nen zu erlauben, zu wohnen, wo es ihnen beliebt.“
„Ihr wollt alſo dieſen Fremdling frohlocken laßen?“ ſagte Taher zu ihm;„und ohne zu wiſſen, ob er wirklich Maſßa”ds Sohn iſt, wollt ihr zugeben, daß er ruhig in Dilara's Beſitze bleibe?“
„Nein,“ antwortete der Richter,„wenn er nicht in der That iſt, was er ſagt: iſt er ein Elender, ſo hahe ich ihn dafuͤr hinrichten, daß er uns betrogen at. 3 „Und ihr bildet euch ein,“ verſetzte der Sohn Mu⸗ ſaffers,„daß, wenn er Urſach hat die ihm von euch angedrohte Beſtrafung zu befuͤrchten, er ſo thoͤricht ſein wird, in dieſer Stadt abzuwarten, bis wir Nach⸗ richt von Chodſchend bekommen haben? Welcher
und Dilara. 245
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