244 41. Tag.
Geſinnungen hat, ſo bin ich bereit, ſie auf der
Stelle zu verſtoßen.“
„Herr Kadi,“ ſagte Taher hierauf,„ihr hoͤrt es, ich nehme ihn beim Worte: befehlet, daß Dilara her⸗ komme, und ſich hieruͤber erklaͤre.“
„Ich willige ein,“ ſagte der Richter:„gehet, Nayb,“ fuͤgte er hinzu, indem er ſich zu Daniſch⸗ mend wandte, der gegenwaͤrtig war,„begebet euch in Muſaffers Haus, und ſaget Dilara, daß ich ſie ſprechen will: fuͤhret ſie im Augenblick hieher; wir werden bald ſehen, wie ſie geſonnen iſt; und ich er⸗ klaͤre, wenn ſie den Huͤlla Luͤgen ſtraft, ſo ſoll er ſie auf der Stelle verſtoßen.“
Der Nayb entledigte ſich ſeines Auftrages mit gro⸗ ßer Eile; er brachte die Frau vor den Richter, der ſie alsbald befragte, ob ſie Muſaffers Haus zu ver⸗ laßen wuͤnſchte, und ob ſie mehr Neigung fuͤr den Huͤlla haͤtte, als fuͤr ihren erſten Mann.
Taher zweifelte nicht, daß ſie zu ſeinen Gunſten entſcheiden wuͤrde, und hingeriſſen von einer Bewe⸗ gung der Freude, welche er nicht bemeiſtern konnte, nahm er das Wort, ehe ſie antwortete, und ſagte:
„Redet, meine Frau, ihr duͤrft nur eure wahren Geſinnungen erklaͤren, und ſollt von Stund' an von demjenigen befreiet werden, den ihr haſſet.“
„Da man mir dieſe Verſicherung gibt,“ ſagte die
Tochter Boyruͤks,„ſo will ich euch nichts verhehlen.
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