Teil eines Werkes 
1. Bd. (1827)
Entstehung
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238 4o. Tag.

Herr, ſagte Kuluf hierauf,moͤge das Leben eines Richters, wie ihr, mehrere Menſchenalter dau⸗ ern! Aber ich bin kein Menſch ohne Vermͤgen. Meine Geburt iſt auch nicht dunkel, wie ihr euch einbildet: und da ich mich endlich doch zu erkennen geben muß, ſo wiſſet, ich nenne mich Ruͤkneddin, und bin der einzige Sohn eines Kaufmanns von Chodſchend, namens Maſßaud. Mein Vater iſt noch reicher, als Muſaffer; und wenn er den Zuſtand wuͤßte, worin ich mich hier befinde, ſo wuͤrde er mir bald ſo viele mit Gold beladene Kameele ſenden, daß alle Frauen von Samarkand das Gluͤck derjenigen be⸗ neiden wuͤrden, welche ich geheiratet habe. Wie denn! weil Raͤuber mich in der Naͤhe dieſer Stadt angefal⸗ len und beraubt haben, und ich, um mich zu friſten, mich in eine Moſchee gefluͤchtet habe, daraus ſchließet ihr, daß ich ein Menſch ohne Vermoͤgen ſei? Ho, ich will euch wohl beweiſen, daß ihr euch taͤu⸗ ſchet. Ich will auf der Stelle an meinen Vater ſchreiben, und er wird nicht ſo bald Nachricht von mir empfangen, als er mich in dieſer Stadt mit un⸗ endlichen Reichthuͤmern verſehen wird.

Als Kuluf dieſe Worte geſprochen hatte, ſagte der Kadi zu ihm:

Ihr ſeid alſo der einzige Sohn eines reichen Kauf⸗ manns von Chodſchend, und nur durch den von euch erzaͤhlten Zufall befindet ihr euch im Elende?