Teil eines Werkes 
1. Bd. (1827)
Entstehung
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Kuluf und Dilara. 23

Der Sohn Abdallahs ſtieß bei dieſen Worten einen tiefen Seufzer aus, und ſeine Gattinn fing an zu weinen.

uUngluͤcklicher Kuluf, ſagte ſie,wie theuer be⸗ zahlſt du deine Gattinn!

Meine Koͤniginn, antwortete er,ich bitte euch, trocknet eure Thraͤnen, ſie durchbohren mir das Herz; geben wir uns nicht der Verzweiflung hin, beleben wir vielmehr unſere Hoffnung, und erwarten wir al⸗ les vom Himmel: ich getroͤſte mich, daß er mir wohl helfen wird; ich fuͤhle ſelbſt ſchon eine Wirkung ſeiner Guͤte: mein Muth verdoppelt ſich, und es gibt keine Gefahr, welche mich zittern machen koͤnnte.

Indem er alſo ſprach, kleidete er ſich an, oͤffnete dann die Thuͤre, und folgte den Leuten des Kadi's, welche ihn vor ihren Herrn fuͤhrten. Muſaffer und ſein Sohn begleiteten ſie, und ſchienen voll Unruhe.

Sobald der Richter den Kuluf erblickte, ſagte er zu ihm:

Wohlan, Huͤlla, wie biſt du heute geſonnen? Biſt du nicht kluͤger, als geſtern? muß man dir neue Stockſchlage geben, damit du deine Frau verſtoßeſt? Ich glaube es nicht: du wirſt ohne Zweifel heilſame Betrachtungen angeſtellt und bedacht haben, daß ein Menſch ohne Vermoͤgen, wie du, nicht darauf behar⸗ ren ſoll, eine Frau zu behalten, welche ihm nicht ge⸗ hoͤren kann.