Teil eines Werkes 
1. Bd. (1827)
Entstehung
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234 59. TDag.

Nachdem er dieß geſagt hatte, ging er aus dem Zimmer der Frau, und einen Augenblick darauf trat Kuluf ein. G

So bald Dilara den Sohn Abdallahs erblickte, ging ſie vom Leid zur Freude uͤber:Ah! mein theu⸗ rer Gatte, rief ſie aus, indem ſie die Arme nach ihm ausſtreckte,kommet und empfanget den Preis eurer Beſtaͤndigkeit. Iſt es moͤglich, daß ihr lieber eine unwuͤrdige Mishandlung erdulden wolltet, als Dilara entſagen? Taher ſelber hat mir alles erzaͤhlt, was euch bei dem Kadi widerfahren iſt; und wenn ich von eurer Feſtigkeit entzuͤckt bin, ſo empfinde ich auch ſehr innig die Unmenſchlichkeit, welche man an euch veruͤbt hat. Ja ich kann nicht ohne Schaudern an die neuen Qualen denken, welche euch drohen.

Theure Frau, antwortete Kuluf,wie groß auch die Leiden ſeien, welche man mir bereitet, meine Standhaftigkeit ſoll dadurch nicht erſchuͤttert werden: ſie werden nicht mehr Wirkung hervorbringen, als die Verſprechungen, welche Muſaffer mir jetzt eben ge⸗ than hat; man kann mich weder verleiten, noch ab⸗ ſchrecken. Ich weiß nicht, was der Urheber unſerer Beſtimmung uͤber mein Schickſal verhaͤngt hat; ich weiß nicht, ob es ſein Wille iſt, daß ich ſterbe, oder fuͤr euch lebe: aber das weiß ich wenigſtens wohl,