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Kuluf und Dilara. 231
mit deiner Frau zu leben. Verzichte alſo auf die thoͤ⸗ richte Hoffnung, welche du gefaßt haſt, und die dich zum Eidbruche verleitet hat; nimm das Erbieten des Herrn Muſaffer an, verſtoß deine Frau, und kehre heim in dein Vaterland: wenn du aber hartnaͤckig bleibſt und nicht darein willigen willſt, ſo mache dich gefaßt, auf der Stelle hundert Stockpruͤgel zu em⸗ pfangen.“
Die Rede des Kadi's, obwohl im Tone des Rich⸗ ters ausgeſprochen, vermochte jedoch nicht, die Fe⸗ ſtigkeit des Sohns Abdallahs zu erſchuͤttern, und er empfing die hundert Stockpruͤgel mit kaltem Muthe und ohne zu widerrufen.
„Das iſt genug fuͤr heute,“ ſagte der Kadi, „morgen wollen wir die Doſis verdoppeln; und wenn ſie noch nicht ſtark genug iſt, ihn von ſeiner Hals⸗ ſtarrigkeit zu heilen, ſo wollen wir zu noch ſchaͤrferen Mitteln greifen. Mag er dieſe Nacht noch bei ſeiner Frau zubringen: ich hoffe, wir werden ihn morgen vernuͤnftiger wiederſehen.“
Taher haͤtte ſehr gewuͤnſcht, daß man, ohne den fol⸗
genden Tag abzuwarten, ſogleich fortgefahren haͤtte, den Huͤlla zu pruͤgeln; und es lag nicht an ihm, daß ſol⸗ ches nicht geſchah: aber der Kadi wollte es nicht. Demnach kehrte Muſaffer und ſein Sohn heim, und mit ihnen Kuluf, der, ſo zerſchlagen er von den empfangenen Pruͤgeln war, doch
nicht unterließ,


