Teil eines Werkes 
1. Bd. (1827)
Entstehung
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230 38. Tag.

dieſen Elenden zum Kadi fuͤhren und ihn behandeln, wie er es verdient. Wir wollen doch ſehen, ob es erlaubt iſt, ehrliche Maͤnner durch falſche Verſprechun⸗ gen zu hintergehen.

Daniſchmend und Muſaffer verſuchten nochmals, den Huͤlla zu bereden, daß er gutwillig thaͤte, was ſie verlangten, da ſie aber damit nichts ausrichteten, ſo fuͤhrten ſie ihn vor den Kadi.

Sie trugen dem Richter den ganzen Handel vor; und auf ihren Bericht blickte der Kadi den Kuluf an und ſprach folgendermaßen zu ihm:

Junger Fremdling, den niemand hier in der Stadt kennt und der in einer Moſchee von den Almo⸗ ſen lebte, welchen unſere Geiſtlichen dir taͤglich reich⸗ ten, haſt du ſo ſehr den Verſtand verloren, dir einzubilden, du koͤnnteſt im ruhigen Beſitze der Frau bleiben, welche Tahers Gemahlinn geweſen iſt? Der Sohn des reichſten Kaufmanns von Samarkand ſollte eine Frau, die er liebt und die er wiedernehmen will, in den Armen eines Elenden ſehen, deſſen geringſtes Gebrechen vielleicht eine niedrige Geburt iſt? Geh in dich, und ſei gegen dich ſelbſt gerecht: du biſt nicht von einem deiner Frau gemaͤßen Stande; und wenn du auch ſelbſt von hoͤherm Range ſein ſollteſt, als Taher, ſo biſt du doch nicht im Stande, den Aufwand zu beſtreiten, welchen ein anſtaͤndiges Haus erfordert, und dies reicht ſchon hin, daß ich dir nicht erlaube,