Teil eines Werkes 
1. Bd. (1827)
Entstehung
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228 38. Tag.

daß Gerechtigkeit, Treue und Glauben zu Samar⸗ kan herrſchten, zumal ſeitdem Usbek⸗Chan den Thron der Tatarei beſtiegen hat; aber ich ſehe, daß ich mich betrogen habe, oder vielmehr daß man den Koͤnig be⸗ truͤgt: er weiß nicht, daß in der Stadt ſelber, wo er ſeinen Sitz hat, man den Fremdlingen Gewalt an⸗ thun will. Wie! ich komme nach Samarkand, ein Kaufmann redet mich an, ladet mich zum Mittag bei ihm ein, liebkoſet mir, und laͤßt mich geſetzmaͤßig eine Frau nehmen; ich vermaͤhle mich im beßten Ver⸗ trauen von der Welt: und ſobald ich vermaͤhlt bin, verlangt man, daß ich meine Frau verſtoßen ſoll! Laßet ab, Herr Nayb, laßet ab, mir ſolche eines an⸗ ſtaͤndigen Mannes unwuͤrdige Handlung anzumuthen, oder ich werde Erde*) auf mein Haupt ſtreuen, und hingehen, mich dem Usbek⸗Chan zu Fuͤßen werfen; und wir werden ſehen, welchen Ausſpruch er thut.

Auf dieſe Rede zog der Stellvertreter des Kadi's Muſaffer beiſeite, und ſagte zu ihm:

Ihr habt dieſen Fremdling zum Huͤlla gewaͤhlt, aber ihr haͤttet keine uͤblere Wahl thun koͤnnen: er weigert ſich, ſeine Frau zu verſtoßen; aber ich ſehe

*) Wenn die Morgenländer öffentliche Zeichen des tiefſten Schmerzes geben wollen, ſo bekleiden ſie ſich mit einem Sack und ſtreuen Erde und Aſche auf ihr Haupt.