4 Tauſend und Ein Tag.
ſchwur ſie ihn mit Thraͤnen in den Augen, ſie nicht wider ihren Willen zu vermaͤhlen.
Ihre Thraͤnen ruͤhrten Togruͤl⸗Bey:„Nein, meine Tochter,“ ſagte er zu ihr,„ich will deine Neigung nicht zwingen. Obſchon man gewoͤhnlich uͤber deines⸗ gleichen verfuͤgt, ohne ſie zu befragen, ſo ſchwoͤre ich jedoch bei Keſaja, kein Prinz, und waͤre er ſelbſt der Erbe des Sultans von Indien, ſoll jemals dein Ge⸗ mahl werden, wenn du nicht einwilligſt.“
Die Prinzeſſinn, durch dieſen Schwur beruhigt, deſſen Kraft ſie kannte, ging ſehr zufrieden weg, und war feſt entſchloſſen, ihre Einwilligung allen Prinzen zu verſagen, die ſich darum bewuͤrben.
Wenige Tage darnach kamen Geſandte von der⸗ ſchiedenen Hoͤfen an. Sie wurden nach einander vor⸗ gelaßen, und jeder pries die Verbindung mit ſeinem Herrn und die Verdienſte des Prinzen, fuͤr den er warb. Der Koͤnig erzeigte allen viel Hoͤflichkeit; aber er erklaͤrte ihnen, daß ſeine Tochter ſelber uͤber ihre Hand zu gebieten haͤtte, weil er bei Keſaja geſchworen, daß er ſie nicht wider ihre Neigung vergeben wuͤrde. Da nun die Prinzeſſinn jedem ihre Einwilligung ver⸗ ſagte, ſo kehrten die Geſandten wieder heim, ſehr be⸗ treten, daß ihre Werbung misgluͤckt war.
Der weiſe Togruͤl⸗Bey ſah ihre Abreiſe mit Mis⸗ vergnuͤgen. Er fuͤrchtete, ihre Herren moͤchten, er⸗ zuͤrnt uͤber dieſe Abweiſung, ſich dafuͤr zu raͤchen


