Teil eines Werkes 
1. Bd. (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

IV Vorrede

und hatte zwölf Schüler, die lange Kleider von weißer Wolle trugen. Die Vornehmen, wie das Volk, hegten für ihn eine ausgezeichnete Verehrung, weil er von dem Stamme Mahomeds war; und alle fürchteten ihn, weil er für einen gelehrten Kabaliſten galt. Der König Schah⸗ Soliman ſelber ehrte ihn in ſolchem Grade, daß, wenn er ihm zufälligerweiſe begegnete, der Fürſt ſogleich vom Pferde ſtieg, und hinging, ihm die Steigbügel zu küſſen.

Mokles war noch ſehr jung, als er darauf kam, In⸗ diſche Schauſpiele ins Perſiſche zu überſetzen, welche in alle morgenländiſche Sprachen übertragen worden, und von welchen ſich in der Königlichen Bibliothek(in Paris)

führen, als wenn ſie auch die, Kutte trügen. Derſelbe kömmt ihnen gar nicht zu; es wäre ebenſo, als wollte man ſagen: der Kaiſer⸗Kapuziner. Der Ueberſetzer dieſer Er⸗ zählungen, der ſich eines Tages zu Ispahan, in Gegen⸗ wart gelehrter Männer, dieſes Ausdrucks bediente und den König Szofi nannte, erregte ihr Gelächter. Sie belehrten ihn, daß Szofi nichts anderes, als eine Art Mönch bezeich⸗ net: aber die Europäer verwechſelten dieſes Szoſfi mit Szefevy, das heißt ein Abkömmling Scheich⸗Szefy's, von welchem die Perſiſchen Könige ſtammen, wie wir ſagen können Szefevinger. 2 3