222 Neunzehntes Kapitel.
„Und die Vergeßlichkeit?“ fragte lachend der Tann⸗ häuſer.
Der alte Graf fuhr mit der Hand über die Augen und
rſetzte dann, mit einem Male in ſeinem ſo geläufigen Redefluß ſtockend:„Nun— es betrifft nicht mich, geht auch nicht von mir aus, eine Bitte von— von— einer guten Bekannten,— einer liebenswürdigen Bekannten, da aus dem Norden. Eigentlich hat die Bekannte damit nichts zu thun, denn die Bitte zu erfüllen, mag ſie kommen woher ſie will, iſt für einen braven Künſtler Chriſtenpflicht.“
„Ich bin wahrhaftig darauf begierig.“
„Nun denn, es betrifft einen Landsmann von mir, einen armen jungen Landsmann, der ein eminentes Malertalent hat und von— einer Bekannten, ſeiner Gönnerin, hieher geſchickt wird, hieher nach Rom, wo er ziemlich ſchutz⸗ und rathlos ſein wird, wenn—
„Sich nicht irgend Jemand ſeiner annimmt,“ unterbrach ihn Tannhäuſer und ſetzte hinzu:„hoffentlich zweifeln Sie nicht daran, daß der von Ihnen empfohlene Landsmann uns herzlich willkommen ſein wird. Sein Name?“
„Potowski,“ erwiderte der alte Herr raſch,„wirklich Potowski, der Sohn ſeines Vaters, des alten Potowski.“
Der Tannhäuſer ſchaute einen Augenblick vor ſich nie⸗ der, dann ſprach er:„Gut, er ſoll kommen, und wenn er Talent hat, werde ich mich ſeiner aufs beſte annehmen.⸗
Wulf pfiff eine bekannte Melodie und der alte freund⸗


