Auf den Kaiſerpaläſten.
— Trümmer aus röthlichem Gemäuer beſtehend, das von 3 dichtem Epheu umrankt iſt, und umkränzt von zarten Roſen,
die von einem weichen Lufthauche bewegt, uns wie träu⸗
meriſch entgegennicken. Ein wohl unterhaltener, zierlich
zwiſchen den Ruinen geſchlungener Fußweg zeigt uns Spu⸗
ren fleißiger Menſchenhände. Folgen wir ihm und dem Roſengehege an ſeiner Seite, er wird uns freundlich führen. Dort ſehen wir auch ſchon vor uns eine Gruppe dunkler Cypreſſen und daneben ein kleines Haus, ſo ſüß träumeriſch verſteckt liegend zwiſchen Orangenbäumen, Myrthen und blühendem Oleander. Wir umgehen leiſe das elegante Ca⸗ ſino und kommen an den Hof deſſelben, der mit Benutzung alter Säulen und Trümmer ſo entzückend und mal riſch angelegt iſt, daß wir augenblicklich mit einem Ausruf der Ueberraſchung ſtehen bleiben. Dieſer Hof iſt eine kleine Terraſſe, deren Ende eine uralte ſteile Mauer bildet, mit einer neuen zierlichen Brüſtung als Schutzwehr verſehen. Die alten Säulen und Pfeiler, von denen wir ſo eben ſprachen, ſind zu einer der zierlichſten Veranden verbunden, über welche hellgrünes Weinlaub herabnickt, während ſich vom Fuße der Steintrümmer blühende Roſenbüſche auf⸗ wärts ſchlingen.
So bildet das Grün der Weinlaube einen phantaſtiſchen Rahmen über die geöffnete Terraſſe. Dort hinaus ſchauen wir in eine Fülle tiefgrüner Lorbeerhaine, zwiſchen denen
ſchwarze Cypreſſen emporragen; da ſehen wir lichte Gärten


