Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Neunzehntes Kapitel.

Und ſo häuften ſich gerade hier Trümmer auf Trüm⸗ mer, und für den, welcher einmal hier oben ſtand, aus leicht begreiflichen Urſachen. Denn eine Fernſicht, wie ſie ſich hier dem Auge bietet, hat man nicht leicht von einem andern der ſieben Hügel Roms. Da liegt die ewige Stadt vor uns, vom Capitol bis zu den Thermen des Caracalla, und über dieſe maleriſchen Ruinen hinweg ſchauen wir auf die prachtvoll gefärbte Campagna gegen das Meer hin und laſſen ſüdöſtlich die entzückten Blicke auf den wunderbaren Formen der tiefblauen Albanergebirge ausruhen.

Ja, zum Ausruhen iſt das Terrain hier oben wie ge⸗ ſchaffen, zu einem ſüßen, ſeligen Ausruhen, wobei alles, was uns in den vergangenen Tagen geſchmerzt und ge⸗ quält, zurückweicht, ſich höchſtens zu einem angenehmen Weh geſtaltet.

Die tauſendjährigen Trümmer der Werke des mächtigen Volkes, die unter unſern Füßen begraben liegen, zürnen uns nicht; im Gegentheil, ſie ſind unſern neuen, gegen ſie betrachtet kleinlichen, Anlagen günſtig, und der uralte Boden, der früher die ſtolzen Marmorhallen trug, nährt nun freund⸗ lich dichte Lorbeerbüſche, Myrthen und Oleander und ſo zauberiſche Roſengärten, wie man ſie nirgend wo anders ſieht. 8 4 Schreiten wir dort durch Trümmer von Mauern und Pfeilern in ungeheuren Dimenſionen, die umgeben ſind von der friſchen Vegetation neuerer Gärten und Weinpflanzen,