Auf den Kaiſerpaläſten. 213
für unſere Nachkommen wieder Steine liefern werden für neue Fundamentmauern.
Aber dieſes Auf⸗ und Uebereinanderbauen iſt wohl nirgends ſo ſichtbar und tritt wohl nirgends ſo maleriſch ſchön vor unſere Augen, als hier in Rom, wo Generatio⸗ nen den Staub vergangener Generationen geathmet und nun ſelbſt zu Staub geworden an den Fußſohlen anderer Generationen klebten, deren Staub dann wieder zwiſchen den Rädern unſeres Wagens empor wirbelt.
Wer hörte nicht von den Cäſaren⸗Paläſten und von den Thermen des kaiſerlichen Roms? Nur einzelne Ge⸗ bäude in der gewaltigen Stadt und doch wieder ſelbſt Städte vom ungeheuerſten Umfange!— Städte mit Spiel⸗ und Uebungsplätzen aller Art, mit Sammlungen von Kunſtwerken und Bibliotheken, den Reichen und dem Volke zu jeder Jahres⸗ und Tageszeit alle Genüſſe, Annehmlich⸗ keiten und Beluſtigungen des raffinirteſten Lebens bietend, mit Bädern, mit unabſehbaren Säulenhallen zum Spazieren⸗ gehen, alles das ſtrahlend in grenzenloſer Pracht, von Marmor, edlen Steinen und Metallen.— Und nun ver⸗ gangen, zerfallen zu Schutt und Trümmern, zuſammenge⸗ ſtürzt und begraben unter Staub und Erde! Und die wei⸗ ten Flächen, welche ſpäter wieder geebnet wurden, ſahen neue Prachtbauten entſtehen, zu denen man das, was die Erde aus alter Zeit bewahrte, als Steinbrüche benutzte, um neuere größere und kleinere Bauten aufzuführen.


