Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Im Norden.. 209

Höhe, bemerkte man Waldai; Kirchthürme und Häuſer ſchon in der Dunkelheit verſchwimmend, und bald nur noch als unbeſtimmte Schatten erſcheinend. Am Ufer im Fährhauſe glänzte ein Licht; jetzt hielt der Wagen knirſchend im Sande, und dann vernahm man das Rauſchen des Fluſſes ſowie das Rufen des Bootsmanns.

Der Himmel hat eine ſtahlgraue Färbung, und hie und da, immer mehr und mehr ſpringen von ſeinen Millio⸗ nen Sternen funkelnd welche hervor. Der Wagen ſteht auf der Fähre, die ſich kaum merklich fortbewegt, ſo daß man nicht genau weiß, bewegen wir uns wirklich oder führen die Tannen und Föhren, die ſich ſo kohlſchwarz von dem helleren Himmel abzeichnen, dort am Bergabhang einen ge⸗ heimnißvollen Reihentanz auf. Es iſt ſo ſtill rings umher; man hört nichts als ein ungeduldiges Stampfen der Pferde auf dem hölzernen Boden der Fähre, oder das leiſe Klin⸗ geln und Klirren der Glocken und Meſſingtheile an den Geſchirren, wenn ſich die Thiere in der kühlen Nachtluft ein wenig ſchütteln, und das Plätſchern der Ruderſtangen, wenn ſie aus dem Waſſer gehoben werden oder aufs neue wieder hinein gleiiten.

Feodor Petrowitſch war von ſeinem Pferde abgeſtiegen und ſtand neben dem Wagen; er hatte ſeine Hand auf den 4 Rand des Schlages gelegt. Es war hier in der Thal⸗ ſchlucht ſchon recht dunkel, ſo daß man kaum mehr die 3

nächſten Gegenſtände unterſcheiden konnte. Hackländer, Tannhäuſer. II.