Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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208 Achtzehntes Kapitel.

jahrte; in dem dritten das Vorrathsmagazin und eine Bude mit den für den Landmann nothwendigen Waaren; in einem vierten die Dorfſchule und das mündliche Gericht. Eine Schmiede war am Ende des Dorfes, und in deſſen Mitte ein großer Brunnen. Die Landleute beiderlei Geſchlechtes hatten ein geſundes Aeußere, und die jungen Frauen zeich⸗ neten ſich durch Schönheit aus, denn äußere Schönheit iſt eine Folge des Wohlſtandes. Man bemerkte auf der Straße weder ſchmutzige Kinder noch abgeriſſene Weiber, noch be⸗ trunkene Bauern. Die Pferde und das Hornvieh der Land⸗ leute waren von ſehr guter Race, das Geſchirr und das Ackergeräth in beſter Ordnung.

Dabei hatte die Gegend etwas Friedliches, Patriarchali⸗ ſches in ihrer ganzen Phyſiognomie, die Seele fühlte ſich beruhigt, und man mußte ſich geſtehen, daß dies ein Ort ſei, wo man der Vergangenheit leben könne und ungeſtört von ſeinen Erinnerungen zehren. 8

Jetzt zeigte ſich drüben auf der Höhe Winopradofka, die Beſitzung der Fürſtin. Noch war ein kleiner Fluß zu über⸗ ſchreiten, auf deſſen jenſeitigem etwas ſteilem Ufer wie hin⸗ geworfen der Park war, der bis zur Höhe hinan ſtieg, wo zwiſchen freundlichem Grün das Schlößchen der Fürſtin her⸗ vorſchimmerte. Die untergehende Sonne küßte goldig die Fenſter, ſo daß dieſe wie in rothem Feuer aufloderten.

Der Wagen machte eine Biegung, um ans Ufer zu ge⸗ langen, und noch in der Entfernung, rückwärts in der