Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Im Norden. 207

Kanäle gegraben, um das überflüſſige Waſſer von den Aeckern abzuleiten. Die Felder waren gehörig vermeſſen und ge⸗ düngt; die Wieſen gereinigt von Erdſchollen und nutzloſen Geſträuchen. Am ſteilen Ufer einer Quelle, neben dem Weide⸗ platze war eine mit Steinen ausgelegte Stelle, wo das Vieh zur Tränke herabſtieg, um nicht im Kothe zu waten und die Quelle nicht mit Erde zu verſchütten. Der Weg war zu beiden Seiten mit Bäumen bepflanzt; die Brücken waren in guter Ordnung und ſumpfige Stellen mit Faſchi⸗ nen belegt. Als man dem Dörfchen ſelbſt näher gekommen war, hinter dem ſich das Schloß der Fürſtin befand, ſah man hölzerne dauerhafte Häuſer in einer Reihe zu beiden Seiten der Straße. Um das Fenſtergeſimſe war Schnitz⸗ werk angebracht, die Höfe alle mit hohen Zäunen umgeben, nebſt hübſchen Pforten und einem Wetterdache. Die Häuſer ſtanden in einiger Entfernung von einander, aus Vorſicht gegen Feuersgefahr. Zwiſchen den Häuſern befanden ſich Gärtchen mit Fruchtbäumen, hinter den Bauerhäuſern die Küchengärten, und hinter dieſen die Tennen. Am Ende des Dorfes ragte eine ſchöne ſteinerne Kirche empor, be⸗ ſchattet von hohen Linden. Das Haus des Geiſtlichen un⸗ terſchied ſich durch Sauberkeit und durch ein hübſches Aeu⸗ ßeres. Neben der Kirche ſtanden noch einige niedliche Häus⸗ chen, zum allgemeinen Nutzen. In einem derſelben befand ſich ein Hoſpital und eine Apotheke; in einem andern ein Verpflegungshaus für Verwaiste, Kränkliche und Hochbe⸗