206 Achtzehntes Kapitel.
grunde des Wagens ſich befindlichen Damen nicht gut ſehen, da Feodor Petrowitſch, als er dem jungen Mädchen ſeine Verbeugung machte, ſein Pferd etwas zurückhielt. Warum Eliſe dieſen Gruß ſehr kurz erwiderte, und ſich dann zum Wagen hinaus lehnte, um angelegentlich nach Waldai hin⸗ auf zu ſchauen, wiſſen wir nicht. Vielleicht, daß ſie das Städtchen ſelbſt, als ſo nahe ihrem künftigen Wohnorte lie⸗ gend, beſonders intereſſirte.
Um die Fürſtin ſo viel wie möglich vor dem Andrängen der Bevölkerung zu ſchützen, die in ihr dankbarlichſt die gute Herrin liebte, hatte der Intendant herrſchaftliche Pferde vor das Städtchen beſtellt und ließ dort den Wagen umſpannen. Daß aber trotzdem Alt und Jung herbeiſtrömte, dicht an den Wagen zwiſchen die Räder lief, Mützen und Hüte ſchwang, daß die Kinder empor gehoben wurden, um in den Wagen blicken zu können, und daß hunderte von Lippen in allen nur erdenklichen Schmeichelworten ſich über die endliche An⸗ kunft ihres ſchönen Mütterchens freuten, war nicht zu ver⸗ hindern, und dankte die Fürſtin hrichi und wahrhaft gerührt.
Hinter Waldai fingen die lubanoff'ſchen Güter an, und Feodor Petrowitſch hörte mit Stolz, was die Fürſtin ſagte, daß man keinen Grenzpfahl brauche, um zu ſehen, wo ſein, des Intendanten, Regiment beginne. In der That bemerkte man auch hier einen auffallenden Unterſchied in der Bear⸗ beitung der Felder. An niedrigen Stellen waren überall


