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Der Maler Potowski.
von ihr, wie er zu einem badenden Mädchen brauchte. Ja ſpäter klopfte ſie vorher an, ehe ſie eintrat, damit der Tann⸗ häuſer Zeit gewinne, eine Draperie um den ſchönen nackten Körper des jungen Mädchens zu legen. Dabei war Eliſe gewiſſermaßen ein gefährliches Modell, denn jedesmal, ſo oft ſie ihre Stellung einnahm, dauerte es eine Zeitlang, ehe die tiefe Röthe, die in ihrem Geſichte aufflammte, lang⸗ ſam ſeinem freundlichen und doch wieder ernſten und reſpekt⸗ vollen Zureden wich. Auch war das Mädchen nur durch ein vollkommen gerechtfertigtes Zutrauen zu dem jungen Maler dahin gebracht worden, ihren ſchönen Körper ſtudiren und abbilden zu laſſen. Eigenthümlich war es dabei, daß die Fürſtin ſie nach und nach wirklich liebgewann, ſie aus dem Kreiſe der niederen Dienerinnen, dem ſie anfänglich angehörte, durch ihr Zutrauen erhob und ſie zu ihrem Lieb⸗ ling, ja gewiſſermaßen zu ihrer Vertrauten machte.
Einige Zeit, nachdem der Tannhäuſer damals ſein Bild unter einer fremden Chiffre an den Kunſtkenner verkauft, ſagte er eines Tages während des Diners zur Fürſtin: „Ich habe ſchon lange fragen wollen, ob dir nicht ein ruſſi⸗ ſcher Maler Namens Potowski bekannt ſei?“
Wenn er nicht bei dieſer Frage gerade auf ſeinen Teller niedergeblickt hätte, ſo müßte er nothwendig geſehen haben, daß die Fürſtin trotz der Gewalt, die ſie über ſich ſelbſt hatte, ein wenig die Farbe wechſelte. Sie preßte ihre Lippen aufeinander, trank aus ihrem Waſſerglaſe, ehe ſie wieder
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