Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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Der Maler Potowskit. 243

auszuſtrecken und an die Decke emporzuſchauen er fühlte in ſich eine körperliche und moraliſche Erſchlaffung ſprach die Fürſtin:Ich muß dir doch ein neues Kammermädchen vorſtellen, das ich geſtern engagirt. Sie iſt ſehr ſchön. Und als nun die ſo Angemeldete hierauf ſchüchtern und mit niedergeſchlagenem Blicke eintrat, mußte ſich der Maler ge⸗ ſtehen, daß er ſelten etwas Reizenderes geſchaut, als dieſes junge blühende Mädchen. Sie war ziemlich hoch und ſchlank gewachſen, hatte dunkles Haar und ein eigenthümlich in⸗ tereſſantes Auge, dunkel und blitzend mit einem etwas ſcheuen Ausdrucke, und dabei lag auf dem ganzen Geſichte beſtändig ein Ausdruck der Ueberraſchung, gerade ſo, als er⸗ blicke ſie, verſteckt hinter grünen Zweigen, etwas abſonderlich Merkwürdiges.

Der Tannhäuſer hatte gerade eine weibliche Figur ent⸗ worfen, die, ſich badend, halb neugierig, halb erſchreckt das Schilf auseinander biegt, wie um auf das Rauſchen eines Kahnes zu lauſchen, der ſich ihrem heimlichen Verſteck zu nähern ſcheint. 3

Den Kopf könnte ich gerade brauchen, ſagte er, als das Mädchen wieder ſchüchtern zurückgetreten war.Darin, namentlich in den Augen, liegt ein prächtiger Ausdruck. Wenn man darnach malen könnte, bekäme man wahrhaftig wieder Luſt zur Arbeit.

So male darnach, verſetzte die Fürſtin mit einem Lächeln, welches geſchickt gemacht war, um ein eigenthůů