Eilftes Kapitel.
ſagen, und doch dir gegenüber nicht ſo leicht. Ihr verſteht das nicht.“
Sie nickte lächelnd mit dem Kopfe.
„Gewiß, ihr verſteht das nicht,“ fuhr er beinahe un⸗ muthig fort;„ihr glaubt, ein Künſtler müſſe alles aus ſich ſelbſt ſchöpfen, jede Inſpiration käme ihm ſo ohne Weiteres angeflogen. Um etwas Tüchtiges zu leiſten, muß man Menſchen ſehen und ſtudiren, Menſchen von allen Gattungen, aus allen Kreiſen. Und du wirſt mir zugeben, daß ſich der alte Vater Hubertus, eine der famoſeſten Bettlergeſtalten, die es gibt, ſchlecht genug ausnehmen würde, wenn er in ſeinem grauen geflickten Kittel über die breite Marmortreppe
herauf ſtiege.“
r könnte aber über die hintere kleine Treppe kommen. Darin ſehe ich durchaus nichts Anſtößiges.“
Der Tannhäuſer war ans Fenſter getreten, um ſeine ausgegangene Cigarre hinauszuwerfen. Ohne ſich umzuwen⸗ den ſagte er dann:„Aber du weißt wohl, daß man nicht immer alte Männer und Bettler malt.— Und ſo iſt man hier im Hauſe genirt, das iſt nun einmal nicht zu läugnen.“
Sie nickte abermals lächelnd mit dem Kopfe, ohne weiter eine Antwort zu geben.
Wenige Tage darauf nach dem Frühſtück, als ſich der Tannhäuſer mißmuthig in ſeinem Fauteuil dehnte und durch⸗
aus keine Luſt zum Arbeiten hatte, wie er ſagte, ja als es
ihm ſogar langweilig war, ſich immer und immer wieder
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