Der Maler Potowski. 241—
das Leben und die Menſchen, wie wenige, ſie war leiden⸗ ſchaftlich, wie nicht viele Weiber, hatte aber dabei eine Selbſtüberwindung, eine Kraft, ihre Leidenſchaft zu zügeln,
die ſie vielleicht da mit lächelndem Munde zuſchauen ließ,
wo ein wilder Kampf in ihrem Innern ſie zu erſticken drohte,— eine Kraft, die es ihr möglich machte, eine an⸗ dere Leidenſchaft, die bei jeder leidenſchaftlichen Liebe auf⸗ tritt, die Eiferſucht nämlich, nicht nur vollſtändig zu zügeln,
ſondern ſich dieſelbe ſogar dienſtbar und, wenn gleich mit
tiefem Schmerze, zu einer Feſſel zu machen, mit der ſie den
ſo grenzenlos Geliebten feſt und feſter hielt.
Wenn wir vorhin ſagten, daß der Tannhäuſer zuweilen mit ſeinen goldenen Ketten klirre und einen ſchwachen Ver⸗ ſuch mache, ſie zu zerreißen, ſo that er das, wenn er unter anderm von einer Aenderung ſeines Ateliers ſprach.
„Und warum?“ fragte die Fürſtin ſcheinbar in gleich⸗ gültigem Tone.„Kann es irgendwo bequemer ſein als in meinem Hauſe?“ 3
„Bequemer wohl nicht,“ gab der Tannhäuſer hierauf zur Antwort,„auch gewiß nicht ſchöner und eleganter, aber es iſt gewiſſermaßen zu ſchön und zu elegant. Und vor allen Dingen iſt es hier im Hauſe, was mich in gewiſſen Beziehungen ungeheuer genirt.“
„Wie ſo, Richard?“ „Nun— wie ſo? Das iſt außerordentlich eifa zu Hackländer, Tannhäuſer. I. 3


