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Eilftes Kapitel.
den wäre, ſich ihren Armen zu entreißen, ihm aber war das geradezu unmöglich, beſonders bei ſeinem Ausſpruch:„Ja, morgen oder übermorgen, wenn ich einmal wollen werde.“ Und doch klirrte er häufig laut und deutlich mit ſeinen goldenen Ketten, theils weil es ihm Vergnügen machte, aus Unmuth, oder auch, weil er vielleicht hoffte, ſeine Feſſeln ſeien morſch geworden, ſie würden abfallen bei einer kräf⸗ tigen Handregung, er hätte ſeine Freiheit wieder errungen ohne jenen Kampf, vor dem er ſich fürchtete, da er gewiß war, ihm zu unterliegen.
Aber die Feſſel hielt im Gegentheil, die Leidenſchaft der Fürſtin für den Tannhäuſer flocht täglich ein neues Band um ihn her. Sie liebte ihn grenzenlos, unſäglich, es war eine heiße, glühende Liebe, die ſelbſt nicht einer momentanen Veränderung fähig war,— eine Liebe, welche duldend ſiegte und ſiegend genoß, eine Liebe, die ſie jetzt ſcheu, zitternd und bange zu ihm außblicken ließ, um dann wieder mit einemmale plötzlich und gewaltig auflodernd, alle Schranken niederzuſtürzen und ihn in wildem Fluge unauf⸗ haltſam, glühend, bis zur Erſchöpfung mit ſich fortzureißen.
Und eben dieſer raſende Taumel, in welchen ſie ihn zu verſetzen wußte, war es, der ſeine Willenskraft lähmte, der ihn ſein„Morgen“ und„Uebermorgen“ immer wieder und ſo gerne hinausſchieben ließ.
Bei alle dem war es gewiſſermaßen verzeihlich, daß er ſich von ihr halten, immer feſter umgarnen ließ. Sie kannte


