Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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Der Maler Potowski. 238 4

durch nichts Erworbenes an die jetzige Zeit erinnert zu werden. Sollte er einmal dieſes Haus, ſein Verhältniß zu demſelben verlaſſen, ſo wollte er gerade ſo gehen, wie er gekommen. Ja, er hatte ſich für dieſen Augenblick ſei⸗ nen einfachen Anzug von damals aufgehoben und verwahrte ihn ſorgfältig verſchloſſen in ſeinem kleinen Koffer.

Wenn ihn finſtere Gedanken quälten, was häufig genug vorkam, ſo konnte es ihn erheitern, ja faſt glücklich machen, wenn er ſich jenen Moment vorſtellte, wo er ſeine glän⸗ zende Wohnung verlaſſen würde, und allein in die Welt hinaus gehen, allein, mittellos, aber ſich ſeiner Kunſt, ſeines großen Talentes bewußt. Dann will ich mein Leben neu beginnen, konnte er faſt triumphirend ausrufen; dann gebt mir eine Elle Leinwand, ein Stück Holz, Pinſel und Far⸗ ben, und ich will im Augenblicke ein neues, ſolides Funda⸗ ment gelegt haben. Dies Bewußtſein aber, der Gründer ſeiner eigenen ſchönen Exiſtenz ſein zu können, war es, ver⸗ bunden mit der Schwäche ſeines Charakters, welches ihn dieſen Zeitpunkt immer in die Ferne hinausſchieben ließ und ihm erlaubte, ſich daran, als an etwas angenehm Zu⸗ künftigem zu erfreuen. Ahl heute noch nicht, konnte er ſich ſelber ſagen, aber morgen, übermorgen! Daß aber dieſes Morgen und Uebermorgen immer wieder zum Heute mit der demſelben eben gegebenen Bedeutung wurde, dafür ſorgte die ſchöne Fürſtin ſchon, ſo daß es ſelbſt einem kräf⸗ tigeren Charakter, als dem des Tannhäuſer ſchwer gewor⸗