236 Eilftes Kapitel. ſtumpf und müde geworden, mit erloſchenem Blick, einem jungen Mädchen nachſchauend, das kein junges Mädchen mehr war, deren ſonſt ſo glänzendes Auge ebenfalls trübe, erloſchen war, um deren ſo ſeltſam zuckende Mundwinkel Kummer und Mißmuth ſpielten. Auch der kleine Wulf er⸗ ſchien ganz anders, ärmlich ausſchauend, zuſammengekrümmt und huſtend vor ſeiner Staffelei ſitzend, aber immer warf er nach alter Gewohnheit den Pinſel hinter ſich, dabei mur⸗ melnd:„verflucht, wenn man es nie weiter bringt, als troſtloſe Affenſchwänze zu malen!“
Wenn ſolche Bilder durch ſeine Seele gegangen waren und er ſich, ſelbſt anklagend, ſagen mußte, daß er der Mit⸗ telpunkt hätte ſein und werden können, um die Freunde zuſammenzuhalten, daß er ſich aber freventlich von ihnen zurückgezogen, daß er das glückliche Band zerriſſen, daß er ihrer aller roſige Zukunft vernichtet, dann blickte er mit Be⸗ ſtürzung, ja mit Haß um ſich her, auf die reiche, üppige Einrichtung ſeines Ateliers, dann mochte er nicht aufſchauen, wenn er vor der Staffelei ſaß und hörte, wie ſich die Thüre langſam öffnete und er der Fürſtin leichten Schritt erkannte, mit dem ſie ſich ihm näherte. Da legte ſie ihm zuweilen vergeblich die Hand auf die Schulter, oder fuhr ihm wohl gar über das Haar, um ſeine Aufmerkſamkeit zu erregen! er hielt hartnäckig die Augen auf das Gemälde gerichtet; er murmelte vielleicht ein paar Worte auf ihre herzliche Begrüßung, ein paar Worte, worin die Verſiche⸗


