Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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ſchmiegte, aber freilich nicht mehr als Mädchen, vielmehr

Der Maler Potowski.

Hand, und wenn es ihn, an ſein Leben in der letzten Zeit gedenkend, auch zuweilen unheimlich überflog, ſo war er doch leichtſinnig genug, bei ſich mit leichtem Muthe zu den⸗ ken: Pahl jede Feſſel läßt ſich brechen, wenn man nur ernſt⸗ lich will. Und wer wird mich hindern, das morgen, über⸗ morgen zu wollen? Ein Blatt meines Lebens, das ich nicht mehr anſehen will, raſch umzuſchlagen, eine neue Seite zu beginnen, wohl mit alten, aber lieben und ſüßen Erinne⸗ rungen? Dabei hatte er an Franceska gedacht, und wenn er von einem neuen Leben träumte, ſo ſah er immer wieder zwiſchen den dunkeln Zweigen der Veranda das Licht der Lampe flackern und hörte den Bildhauer vergnüglich lächelnd aus vergangenen Tagen erzählen; daneben ſaß der kleine Thiermaler, neidlos auf ihn, den glücklichen Tannhäu⸗ ſer, blickend, an deſſen Bruſt ſich das liebliche Mädchen

ſein liebes, gutes Weib.

Er wußte aber nicht, warum durch ſein Herz jedesmal trübe Ahnungen flogen, wenn er ſo dachte und träumte, ja warum er alle Gewalt anwenden mußte, um ein ſolches liebliches Gemälde der Zukunft feſtzuhalten, und warum die harmoniſchen Linien, die es bildeten, ſo leicht auseinander⸗ floſſen, um andere Geſtalten zu formen, wohl dieſelben Figu⸗ ren, aber mit ſo gänzlich verſchiedenem Ausdrucke. Ja, leichter wurde es ihm, ſolch ein Gebilde feſtzuhalten, wo er den alten Freund Piſani ſah, verdrießlich, traurig, grau,