Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Der Maler Potowski. 233

Ja ſo, was wirſt du von Potowski wiſſen! Du bekümmerſt dich wohl nicht mehr viel um Kunſt und Künſtler. Doch war er natürlich zu diskret, um ſeine Gedanken nur mit einer Silbe zu verrathen, vielmehr ſprach er:O von Po⸗ towski müſſen Sie gehört haben, vielleicht auch von ihm geſehen. Es iſt das ein jüngerer ruſſiſcher Maler, ein im⸗ menſes Talent. Es waren auch ſchon Bilder von ihm hier.

Auf dieſe Worte hin bedauerte Tannhäuſer recht, daß er ſeit längerer Zeit ſo gar nicht mehr die Kunſtausſtellun⸗ gen beſucht, überhaupt von neueren Bildern nicht viel ge⸗ ſehen, ja daß er ſo ſehr zurückgezogen bei ſich lebte.Und glauben Sie, fragte er nach einem längeren Stillſchweigen, während der Andere mit Intereſſe das Bild betrachtete, daß man es in B. anbringen kann?

Ich glaube es wohl, erwiderte der Kunſtkenner,ja ich möchte es verbürgen. Sagen Sie Ihrem Anfänger, ſetzte er hinzu,er möge noch mehr ſolcher Bilder malen.

Mit welch' gehobenem Gefühl der Tannhäuſer das Haus verließ, wo er ſeinen Schatz zurückgelaſſen, verſteht wohl jeder, der im Stande iſt, ſich in eine ähnliche Lage zu den⸗ ken. Er ſah den Schimmer eines Glückes, das über ihm aufſteigen könne, froh und geduldig; er erblickte ſich an einem gähnenden Abgrund, an deſſen äußerſtem Rande er auf glattem, ſchlüpfrigem Abhange ſtand, ein Windſtoß, den er ſchon daherſauſen hörte, mußte ihn hinabſtürzen, in Unglück und Verderben; nirgends ſah er für ſeine zuckenden Finger