Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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Der Maler Potowski. 231

Nimbus der Kunſt bekleidet, um jeden Augenblick die Macht zu haben, es in ſein völliges Nichts zurückfallen zu laſſen, ihm zu ſagen:ſiehe, was du biſt, biſt du allein durch meine mächtige Hand; ich laſſe dich fallen und du kehrſt in dein Nichts zurück, aus welchem ich allein dich erhoben.

Entſetzlich marterte ihn dieſer Gedanke, und er mußte die Probe machen, ob ſeine Kunſt wirkliches Gold ſei, oder ob er ſich mit taubem Geſtein geplagt. Er entwarf heim⸗ lich ein Bild, er malte nur daran, wenn er allein war, und wenn er ſich auch vornahm, daſſelbe flüchtig und leicht zu behandeln, ſo ſtrengte er ſich doch unwillkührlich an und legte ſeine Phantaſie hinein, ſeine Kunſt, ſein Talent. Als er das Gemälde beendigt hatte, konnte er trotz der ſchärſſten Kritik, welcher er es unterwarf, nicht ganz unzufrieden da⸗ mit ſein. Freilich befriedigte ihn ſein eigenes Werk nicht vollkommen, dafür war der Tannhäuſer zu ſehr wahrer Künſtler; auch änderte er noch hie und da, endlich aber gab er es faſt zitternd aus der Hand, ja zitternd, denn ſpielte er nicht um das ganze Glück ſeines Lebens? ſpielte er nicht um zwei Treffer, um Schwarz oder Weiß, um Glück oder Unglück? Hier errang er das Bewußtſein, ein wirklicher Künſtler zu ſein, dort verblieb ihm das Recht, ſich eine Kugel durch den Kopf zu ſchießen.

Seinen Namen ſetzte er nicht auf das Bild; vielleicht durch einen Gedanken an den Graſen Portinsky angeregt, der ihm früher ſo oft bei der Arbeit zugeſchaut, der enthu⸗