Eilftes Kapitel.
genblicke, in jedem Moment der Abſpannung tauchte er deutlicher wieder auf und erſchien ſo bereitwillig, ſich in die wild aufregendſten Einzelnheiten zerlegen und ausmalen zu laſſen.— Franceska, die ſchöne, blühende, von ihm nicht wirklich geliebte, reine, jungfräuliche Franceska, und dieſer alte, verlebte Mann mit dem gerade dadurch ſo unheim⸗ lichen lüſternen Blick. Und dies lebensfriſche Mädchen viel⸗ leicht in jene zitternden Arme geworfen, einfach dadurch, daß ihm dieſe Beute groß genug ſchien, um ſie durch den Namen Portinsky zu erkaufen.
Dergleichen Phantaſieen, wenn er ſich ihnen hingab, fraßen um ſo tiefer und zerſtörender in ſeinem Innern, da er niemand hatte, der ihm ein beruhigendes Wort darüber ſagte, der ihn vielleicht von der Haltloſigkeit derartiger Be⸗ fürchtungen zu überzeugen geſucht. Wohl hatte er einmal bei der Fürſtin das Geſpräch auf dergleichen gebracht, doch ſchauerte es ihn ordentlich, als dieſe ihm ziemlich ruhig be⸗ merkte, die Leidenſchaft des alten Herrn für das junge Mädchen ſei, wie ſie wohl wiſſe, ſo heftig, daß er jeder Thorheit fähig wäre, um in ihren Beſitz zu gelangen. Auch ſei ihr genau bekannt, wie große Mühe er ſich durch Un⸗ terhändler und Korreſpondenten gebe, um ihren Aufent⸗ haltsort zu erfahren. 5
Eines Tags nun war der alte freundliche Herr ver⸗ ſchwunden. Er hatte wohl ſo obenhin von einer Reiſe ge⸗
ſprochen, die er nächſtens einmal machen müſſe, doch hatte


