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Erſtes Kapitel.
Erlaucht verſteht man nicht auf zwei Schritte, und dem ſich anpaſſend ſchlendert die ganze Dienerſchaft wie körperloſe Weſen umher. Allenfallſige Streitigkeiten hebt man ſich auf, um ſie an andern, beſſer paſſenden Orten auszugleichen. Im Stalle pfeift der Reitknecht den Pferden gedämpft etwas vor, damit ſie nicht in unanſtändiges Schnauben und Wiehern ausbrechen, und wenn der Koch ſich genöthigt ſieht, dem Küchenjungen eine Ohrfeige zu verabreichen, ſo um⸗
vickkelt er zuerſt die Hand mit einer Serviette, damit es
nicht klatſche.
Wer in dieſer vornehmen Straße wohnt, brauchen wir dem geneigten Leſer wohl nicht zu ſagen. Eilen wir lieber hindurch zu kommen; die ruhige und langweilige Größe dieſer Häuſer könnte uns die gute Laune verderben.
Unten am Ende angekommen, biegen wir links in eine andere, nicht minder breite Straße, die ebenfalls mit ſtatt⸗
lichen und ſchönen Gebäuden beſetzt iſt. Aber hier hat alles einen neueren, wenn man will, glänzenderen Anſtrich. Hinter dem Haupthauſe ſieht man viel Grün, und durch
die eleganten Gitterthore blickend Statuen und Springbrun⸗
nen, auch Glashäuſer, hie und da beſpannte Cquipagen, die des Befehls zum Vorfahren harren. Aber dieſe Cqui⸗ pagen ſind ſehr verſchieden von denen der anderen Straßen. Dort ernſte, einfache Livreen und Karoſſen, nur die Wappen⸗ ſchilder hervortretend, hier die letzteren Nebenſache, ſehr ver⸗
ſchwindend unter dem Golde der Geſchirre und Stickereien


