Unverheirathete Cheleute. 307
General. Unglück und Schande! Baron. Oh!— Ohl— Du ſiehſt mich erſtaunen; Du häufeſt Vorwurf auf Vorwurf auf mich.
(Pauſe.)
Doch ich bleibe ganz ruhig. Ich habe mir vorgenommen, ganz ruhig zu bleiben. Ich werde nicht heftig werden.
General. Du willſt nicht heftig werden? Das iſt lächerlich!— ——— Nun, meinetwegen!
Baron. Allerdings De noege⸗ Höre mich an und— dann — dann———— will ich meinen Spazierritt machen.— Du ſprachſt mir geſtern von der projektirten Heirath. Mit Deinem gewöhnlichen Starrſinn hatteſt Du dieſelbe beſchloſſen, ohne Dich bei den Betreffen⸗ den zu erkundigen, ob ſie ſich auch Deinem Willen fügen würden, ob ihre Herzen auch frei ſeien, ob ſie ſich zu einer Verbindung entſchließen könnten, wie ſie der Papa und———— General kommandirt.
General. Hektor!—— Doch weiter!
Baron(für ſich). Wenn ich nur von dieſem verfluchten Platz weg wäre!(ſich mühſam faſſend, um wieder in den vorigen Ton zu fallen). Dul wirſt Dich erinnern, wie ich Dir auf dieſem Platz hier von jener Verbin⸗ dung abrieth, wie ich Dir zu verſtehen gab, daß die Paare ſo, wie Du ſie zuſammen beſtimmt, nicht zuſammen paſſen. Ich war meiner Sache gewiß, denn ich wußte— was Du mit Deinem großen Verſtand freilich nie geſehen haſt— daß Ferdinand Deine Clara liebt, und Karl Deine Eliſe.
General(der auf ſeinem Seſſel zuſammengeſunken iſt). Das wußteſt Du, Hektor? Das wußte mein Bruder, und Du ſagteſt mir nichts davon? — Du ließeſt mich in dem feſten Glauben, die Herzen meiner Kinder
ſeien frei, ich könne nach meinem Willen über ſie verfügen?
Baron. Du haſt gut fragen; wie kann man mit Dir ein ruhiges Wort ſprechen?— Haſt Du nicht geſtern Morgen alle Teufel herauf beſchworen, und haſt geflucht und gewettert, Dich ſollte keine Macht von Deinem Entſchluſſe abbringen?— Haſt Du dieß nicht gethan?——
General(düſter). Es iſt wahr, ich bin zuweilen etwas heftig.
Baron(ermuthigt). So ſpricht man nicht mit einem Bruder, mit einem Bruder, der es gut meint.(Für ſich). Ich kann mich wahrhaftig


