Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Unverheirathete Cheleute. 297

doch nein, ich wäre feſt überzeugt, Du würdeſt der Erſte geweſen ſein, der mich davon in Kenntniß geſetzt!

Baron(mühſam, aber laut). Kanſt Du zweifeln?(für ſich.) Er hat mich ganz gewiß!

General. Erinnere Dich der geſtrigen Scene zwiſchen Eliſe und Ferdinand, ein Streit am Hochzeitstage iſt doch eigentlich etwas Unerhörtes. Ich habe aber Alles auf das heftige Temperament der beiden jungen Leute geſchoben; man zankt ſich man verſöhnt ſich wieder, wir kennen das ja! Ich hatte nichts dahinter geſucht; aber heute Morgen ſind mir entſetzlich die Augen geöffnet worden! dem Streit liegt eine andere fürchterliche Urſache zu Grunde.

Baron. Du erſchreckſt mich!

General. Die beiden jungen Leute lieben ſich nicht werden ſich nie lieben 1

Baron ſſich vergeſſend). Das habe ich lange gewußt!

General. Das haſt Du lange gewußt?

Baron. Nein, nein, lieber Bruder! ich verſprach mich! ich wollte Dir ſagen was ich Dir ſchon oft geſagt habe Du wirſt Dich erinnern, ich habe Dir das ſchon oft geſagt die beiden Charaktere paſſen durchaus nicht zuſammen. Du ſiehſt, ich hatte Recht! 4 General. Das wäre entſetzlich! Aber höre, was ich auf dem Herzen habe! Daß meine Töchter ihre Männer bis jetzt nicht ungemein lieben, das habe ich wohl gewußt, das hätte ſich ſpäter gefunden. Aber daß Ferdinand ſeine Frau haßt, iſt mir fürchterlich. Er haßt ſie, und weßhalb glaubſt Du wohl?

Baron(für ſich ſehr erleichtert). Er ſcheint doch nichts zu wiſſen, ich athme wieder auf!(Laut): Aber was Du glaubſt, General, o da⸗ von iſt keine Rede! Ferdinand und Eliſe ſollten ſich haſſen? Kein Gedanke! O da kannſt Du ganz ruhig ſein! Daß vieleeicht keine glühende Liebe da iſt, wohl möglich ja wahrſcheinlich; aber das wird ſich machen, wie Du ſelbſt ſagſt.

General. Du ſuchſt mich zu beruhigen, das iſt ſehr ſchön von Dir. Aber die Sachen ſtehen viel ſchlimmer. Ferdinand, der mit ſeiner jungen Frau am Hochzeitstage einen Streit anfing o, ich