Unverheirathete Eheleute.
Baron. Und wozu das? General. Bst! bst!— eine Ueberraſchung! ſie ſollen mir mor⸗ gen nicht zu früh entwiſchen. Ich habe aus der Stadt eine Muſik beſtellt, die ſoll ihnen ein Ständchen bringen. Baron. Laß doch die Poſſen!
General. Das ſind keine Poſſen. Das iſt in unſerer Familie bei jeder Verheirathung ſo gehalten worden. Davon weißt Du frei⸗ lich nichts, armer Junggeſelle.
Baron. Nein, man darf keinen Menſchen zwingen, man darf keinen Menſchen einſchließen!
General. Aber doch bei ſeiner Frau; es iſt ja nur ein Spaß. Aber ich weiß gar nicht, wie Du mir vorkommſt!— Dummes Zeug! — Was weißt Du davon!
(Er ſchließt beide Thüren ab und legt die Schlüſſel auf den Tiſch. Der Baron will ihm nacheilen, hält ſich aber zurück und wirft ſich in ſein Fauteuil.)
General(lachend). Jetzt habe ich ſie eingeſchloſſen.——
Baron für ſich.) O Gott, wenn er morgen früh die Thüren öffnet!—
General. Du, ich hab' ſie eingeſchloſſen! 1
Baron(laut). Du biſt der Vater; Du kannſt thun, was Du willſſt.
General. Aber Du biſt ein Narr, das kann ich Dich verſichern. Man kann aber auch in dem Punkt von Dir nichts Anderes ver⸗ langen. Wie willſt Du auch wiſſen, wie es bei einer Hochzeit zugeht?
Baron. Ich habe es heute erlebt!—
Zwölfter Auftritt. Vorige. Jean(mit einem Armleuchter).
General(überraſcht). Ja, Menſch, was machſt denn Du noch . hier?— Habe ich Dich nicht heute von allem Dienſt diſpenſirt?— . Warum biſt Du nicht bei Deiner Frau? 3 Zean. O CExcellenz, das hat gar keine Eile.
Baron. Der fehlt auch noch!,
General. Iſt denn heute das ganze Haus verrückt, oder haben ſich die Zeiten geändert?— Stelle Deinen Leuchter hin und mach', daß Du zu Deiner Frau kommſt!


