Ein erſter und ein letzter Ball.
der würdige Staatsbeamte, das zeugte von ſeiner Seelenſtärke und ſeinem unerſchütterlichen Humor. War er doch förmlich aus ſeinem Zimmer ausquartirt worden und man hatte ihm zum Anziehen ein kleines Gelaß neben der Treppe angewieſen, wo er ſich zuerſt nothdürftig raſirte, und dann ſeufzend in den ſchwarzen Anzug ſchlüpfte, der übrigens beſtändig ein unangenehmes Gefühl in ihm rege machte. Es war immer noch ſein Hochzeitsfrack, der ſpäter nur bei feierlichen Gelegenheiten, als Tauffeſten, Ballabenden oder
dann angelegt wurde, wenn er zu einem Vorgeſetzten mußte, welche
Beſuche auch nicht immer ſehr angenehme Veranlaſſungen hatten.
Jetzt war er gerüſtet, und kam in's Vorderzimmer in dem merkwündigen und ſehr ſchönen Augenblick, wo Bekannte unter
den Hausbewohnern und jüngere Geſpielinnen Emiliens gekommen waren, das feſtlich geputzte Mädchen anzuſchauen und ex offcio zu bewundern; ein Augenblick, der der glücklichen Mutter einen
Vorgeſchmack von jenem andern größeren und ſeligeren gab, wo ſie im Ballſaale erſcheinen würde, empfangen und begrüßt von einem allgemeinen„Ah!“ der Bewunderung.
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Nachdem ein kleines, ſehr harmloſes Souper eingenommen war, deſſen derbe Beſtandtheile ſeltſam contraſtirten mit den duf⸗ tigen Blumen und Spitzen, meldete Kanzleiraths Ricke, daß der
Wagen vorgefahren ſei, der nun von Mutter und Töchter voll⸗ ſtändig eingenommen wurde. Der Kanzleirath war hier nur ge⸗ duldet, und konnte ſich bei der Hinfahrt zum Balle ganz genau
die Gefühle eines Unglücklichen vergegenwärtigen, der zur Tortur
des ſpaniſchen Bocks verurtheilt iſt.
Bälle haben die verehrten und geneigten Leſerinnen wahr⸗ ſcheinlich ſchon ſo viele mitgemacht, daß wir über die gewöhnlichen
Vorkommniſſe des heutigen wenig Worte zu verlieren brauchen,


