Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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ein weißes Ballkleid; aber ſie wählte das letztere, nict

14 GFin erſter und ein letzter Vall.

Hülfe von ein paar Nähterinnen das Roſa⸗Crépe⸗Kleid geſchnitten und genäht, die Taille war glatt, vorne offen und der Volants ſo viele, daß das Kleid, als es nun endlich fertig war, wie eine von den Roſawolken ausſah, auf denen im Theater die Feen und Genien auf⸗ und niederzuſteigen pflegen. Aufgeputzt war das Kleid mit röthlichen Atlasbändern, die ſich hart und glänzend leicht kräuſelten, und dann bei jedem Luftzuge rauſchten, wie Flitter⸗ gold am Tannenbaum. Papa Schmerbelichs Tabakspfeife war während der ganzen Woche in das hintere Zimmer verwieſen worden; er hatte es einmal gewagt, dampfend zu erſcheinen, und

da hatte ſelbſt die in ihrem Glücke zufriedene Emilie in ſo be⸗

denklichem Tone ihren Unwillen an den Tag gelegt, daß der un⸗ glückliche Kanzleirath die vorderen Zimmer mied, und das ſchon im Voraus zu den Ballabendfreuden rechnete.

Eliſe hatte lange gewählt, ehe ſie mit ihrem Anzuge im

Reinen war. Sie beſaß ein blaues, ein rothes, ein aden und

m jugend⸗

licher auszuſehen, ſondern um farblos zu erſcheinen, eine weiße, halbgeknickte Lilie, ſchon entkleidet von den lebhaften Nuangen der

Jugend, an der Schwelle des Lebens ſtehend, an jenem Scheide⸗

wege, wo eine Haube mit bunten Bändern, die zu einem weißen Kleide vortrefflich paßt, zur Häuslichkeit der verheiratheten Frauen hinweist, und wo im andern Falle der Ballkranz aus dem glatt⸗

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geſcheitelten Haare genommen, eine Entſagende anzeigt, die, mit ſich im Reinen, von jetzt an Abſchied nimmt von den eiteln Ver⸗ gnügungen dieſer Welt.

So kam der wichtige Abend heran, und der arme Kanzlei⸗ rath wurde gebeten, Nachmittags nicht nach Hauſe zu kommen, da man noch ſein beſcheidenes Hinterzimmer benöthigte, um gehörig