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Ein erſter und ein letzter Ball. 13
noch das Unglück käme, ihn in der That nicht zu beſitzen!— Weiter, weiter!
Blumen und Bonbonszettel finden ſich ⸗keine mehr vor, ja ſelbſt der Namen auf den Balltäfelchen wurden weniger und im⸗ mer weniger. Eines legen wir ſchnell und ſchüchtern bei Seite; denn wir finden es entſetzlich öde und leer, auf ihm prangt nur ein einziger Name hinter einer ſtillen Frangaiſe ein:„mene mene tekel upharsin,“ die letzte Schwalbe eines wegziehenden Sommers, ein melancholiſcher Rabe, auf weitem, erſtorbenem Schneefelde. Das war freilich bis jetzt nur ein einziges Mal vorgekommen, und Eliſe, die an jenem Abend mit Schrecken einſah, daß ihre Aktien eine ſtarke Neigung zum Sinken verſpürten, ſchützte heftiges Kopfweh vor, und ſchloß ihre Börſe, auf günſtigere Augenblicke wartend, die nun auch freilich wieder eintraten; denn auf den letzten Balltäfelchen, die ſie träumeriſch betrachtet, waren Fran⸗ gaiſen ſtark begehrt, ſogar Walzer und eine Polka im Preiſe ge⸗ ſtiegen.
Daß die Abſicht der Eltern, Emilie auf den nächſten Ball mitzunehmen, die ältere Schweſter wie ein Donnerſchlag traf, iſt ſelbſtredend. Man gibt ein Monopol nicht gern aus der Hand, und von den Untergebenen des Kanzleirathes ſahen es die höf lichſten als eine Pflicht an, die Tochter ihres Chefs hie und da zu engagiren. Das ging nun auch auf Emilie über, und Ruſpel
war ferne und— zweifelhaft.———— 4 3
Langſamer iſt wohl keinem Mädchen die Zeit vorübergegangen, als Emilien Schmerbelich die Tage von Montag bis Samſtag; es war nur ein Glück, daß ſie Beſchäftigung vollauf hatte, und eine angenehme Beſchäftigung, die ihr beſtändig einen Feſtabend, dem ſie entgegenging, lebhaft vor Augen führte. Da wurde mit


