Ein erſter und ein letzter Ball.
ganz aufhörten, eigenthümlich, aber wohl begreiflich, wenn wir ſagen, daß Herr Ruſpel die Reiſen für ſein Haus ſelbſt beſorgte, und alſo nur in ſeiner Abweſenheit ſchrieb. Zwiſchen dieſer Corre⸗ ſpondenz fanden ſich immer noch Balltäfelchen vor, auch noch mit Namen beſetzt, die geſchrieben ſich grade ſo gut ausnahmen, wie jene, die hinter den Tänzen der erſten drei, vier Jahre prangten. Und doch war ein großer Unterſchied zwiſchen jenen und dieſen. Wer war Herr A., Herr B., Herr C., Herr D.? Vielleicht jener junge Aſſeſſor oder dieſer junge elegante Offtzier. O nein. Herr A. war ein alter Hausfreund des Vaters, Herr B. hinkte 3 ein bischen, und wurde von den meiſten Tänzerinnen gemieden, Herr C. war ſo klein, daß es bei einer mittelgroßen Tänzerin ausſah, als walze ſie mit einem Kinde, und Herr D. war ein bejahrter, ſchwazhafter Handlungsreiſender, der mit Eliſen nur . von längſt vergangenen Zeiten ſprach, und die unangenehmen Worte:„Ja, mein Fräulein, wenn Sie ſich erinnern, damals. oder:„zu unſerer Zeit...“ beſtändig und ſehr unzart im Munde führte. 3 Aber weßhalb muſterte Eliſe traurig und verſtimmt die ver⸗ blichenen Schätze der ehemaligen Zeit? Vielleicht, weil Herr Ruſpel auf Reiſen war? Ja. Hauptſächlich aber, weil ſeit ſeiner vierwöchentlichen Abweſenheit nur zwei Briefe von ihm einge⸗ laufen waren, und das noch dazu Briefe, welche er ebenſogut an einen Handlungsfreund hätte ſchreiben können, denn ſie be⸗ gannen mit„Werthgeſchätzte,“ und hörten auf mit„Hochachtungs⸗ vollſt und ganz ergebenſt.“— O Ruſpel, Ruſpel, wenn du ab⸗ ſichtlich ſo ſchriebeſt! Wenn zu dem leiſen Spott, dem höhniſchen Achſelzucken, überhaupt einen ſo alten Bräutigam zu beſitzen,


