Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Ein erſter und ein letzter Ball. 5

gültigkeit, aber ihre Augen glänzen bedeutſam und die Kaffeetaſſe zittert faſt zwiſchen ihren kleinen Fingern.

Ja, ja, die Bälle werden nach und nach unausſtehlich, ſagt die ältere Schweſter,nur Backfiſche und Handlungslehrlinge Es iſt Zeit, daß man wegbleibt.

Was meinſt du, Canzleirath? fragt die Mutter.

Das Haupt der Familie bläst eine lange Rauchwolke von ſich, wendet an der Thüre des Nebenzimmers um, und ſagt, in⸗ dem es einen Augenblick ſtehen bleibt:Wenn ich bedenke, wie das noch zu meiner Zeit gehalten wurde, ſo muß ich mich ſehr gegen den Wunſch der Emilie erklären. Du lieber Gott! als ich anfing zu tanzen, da waren noch auf dem Muſeum lauter geſetzte Männer, die ihr ſicheres Auskommen hatten, 1 gingen, um ſich unter den Töchtern des Landes nach einer r Lebens⸗ gefährtin umzuſchauen. Mädchen unter zwanzig waren damals gar nicht zu finden.

Aber die Zeiten haben ſich geändert, meinte die Mutter.

Leider, ſeufzt die ältere Tochter.

Wenn ich freilich bedenke, fuhr der Canzleirath folt, daß das Allles anders geworden iſt, und daß junge Mädchen von ſechszehn Jahren ſchon bei den Bällen zugelaſſen werden, o ſehe ich auch nicht ein, warum wir mit Emilien eine Ausnahme ma⸗ chen ſollen. Auf den Ball muß doch einmal gegangen werden, ßdeſſen bin ich ſicher, ſetzte er mit einem Seufzer hinzu,der Wagen koſtet das Gleiche zu drei oder vier Perſonen, und was das Souper anbelangt, ſo wird der Aufwand auch nicht viel größer ſein.

Emilie hält den Athem an, und wagt vor Freude nicht zu ſhlechen