276 Ein Eiſenbahnbild.
wären wir ihnen zu unbedeutend, und doch wenden ſie ſich lang⸗ ſam nach uns um und verfolgen uns lange mit ihren Blicken. Göppingen laſſen wir hinter uns, und Schloß Vilseck, das wir bis jetzt nur weiß aus dem Grün der Bergwand hervorſcheinen ſahen, ſchaut uns nun voll an mit ſeinen vielen Fenſtern. Auch der Hohenſtaufen ſtreckt ſich langſam Und friedlich in die Höhe— ernſt und ſtolz— er weiß es wohh daß jetzt die Blicke Vieler an ihm hängen, und daß einer dem andern ſagt:„Der, der iſt's— der dort über alles andere emporragt.“ Eißlingen— Süßen: wir halten uns dicht an der Bergwand, auf die Vils rechts neben uns ſehen wir ſchon bedeutend hinab, die kleinen Ortſchaften tief im Thal liegen ſo reizend an den Schluchten des Gebirges, ſie haben ſich einen warmen Platz geſucht, wo ſie einigermaßen gedeckt ſind vor dem rauhen Hauche, der dort über die Alp herniederbläst; ach, es iſt ja bald wieder die Zeit der kalten Winde, des Schnees, des Eiſes, die Felder ſind mit Stop⸗ peln bedeckt und der Mann da unten mit dem weißen Tuch iſt im Ausſäen begriffen— eine betrübte Zeit— auch Schafheer⸗ den ziehen dort bereits zum Dorf hinab, voraus der Hirt im grauleinenen Kittel, hintendrein der ſchwarze zottige Hund; und das Alles ſehen wir im Vorbeifliegen, und noch viel mehr, im Einzelnen ſo unbedeutend und im Zuſammenhang wieder ſo reizend. 3 Geißlingen liegt nun ganz auf unſerer rechten Seite, und
um dahin zu gelangen und doch nicht wieder hinabzuſteigen,
müſſen wir der Bergwand folgen und eine ſehr kurze Curve be⸗ ſchreiben. Jetzt halten wir auf dieſer Station am Fuß der Alp, die leichte Locomotive wird ausgeſpannt, eine ſchwere muß uns


