Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Die Dame von Rittwitz. 11

viele von den Eigenſchaften haben, die im Stande ſind, einem armen Ehemann das Leben zur Hölle zu machen.

Das iſt ein harter Schritt, den Arthur im Begriffe iſt zu thun, oder den er in dieſem Augenblicke ſchon gethan hat, ſagte der Bedächtige.

Mich ſchaudert, wenn ich an unſern armen Freund denke. Was iſt überhaupt der Eheſtand? philoſophirte Hugo von B.Ein Gewebe, locker zum Auseinanderfallen und doch feſ⸗ ſelnd wie der beſte Stahl; ein Kranz von zahlreichen Leiden und ſehr wenig Freuden, eine Guirlande, wie man ſie in einem harten Winter beim Gärtner für ſein theures Geld beſtellt; ſehr viel Laub und faſt gar keine Blumen.

Wenn man dich ſo reden hört, lachte der Major, ſo ſollte man glauben, du habeſt ſchon traurige Erfahrungen gemacht.

Das habe ich auch, entgegnete der Andere ebenfalls lachend,freilich nicht in meinem eigenen Hauſe, dafür aber bin ich bei Andern in harte Schulen gegangen.

Er nennt das harte Schulen, meinte der Legationsrath, wenn er durch übermäßig auffallendes Courmachen leichtſinniger Weiſe eine häusliche Scene herbeigeführt hat, wo auch gelegent⸗ lich für ihn ein paar paſſende Worte mit abfielen.Aber ſage mir, wandte er ſich an den Major, zu welchem Zweck hat uns Arthur eigentlich hieher gebeten? Er ſchrieb mir von einem kleinen vertraulichen Diner.

Mir auch, ſagte der blonde Hugo.

Werden wir die Gräfin Schönfeld zu ſehen bekommen? Wahrſcheinlich nicht, erwiederte kopfſchüttelnd der Major, da es Jedem, ſogar uns, ſeinen beſten Freunden, unterſagt war, in der Kirche während der Trauung zu Genen, ſo