Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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10 Die Dame von Rittwitz. da iſt ſie mir allerdings weder ſchön noh liebenswürdig er⸗ ſchienen. Nun das Erſtere iſt ein Unglück; aber was das Andere anbelangt, ſo hätte ſie der alte Rittwitz beſſer erziehen ſollen. Iſt ſie groß oder klein? fragte der bedächtige Legationsrath. Groß, gab der Major zur Antwort.Auch voll, und ihre Figur wäre, eine auffallend ſtarke Hüfte abgerechnet, nicht ſo übel. Was aber ihr Geſicht anbelangt, ſo hat ſie Haare von einer ſonderbaren Farbe, nicht blond und nicht röthlich, dabei hart und ohne Glanz. b Und das iſt ein großes Unglück, warf der junge blonde Mann dazwiſchen, indem er durch ſeine dichten, in der That auffallend ſchönen Locken fuhr.Ach, ſo ein glänzendeß reiches, kühles Haar kann mich mit Vielem verſöhnen. Die Ber run electriſirt. Ach! ich halte viel auf ſchönes Haar.

Der Legationsrath warf ſeinem Freunde, dem Major, einen lächelnden Seitenblick zu, welcher ihn aufzufordern ſchien, ſich um die Extaſe des Andern nicht zu bekümmern. Dieſer ſagte dann auch:Der Kopf iſt häßlich und mehr noch als das: unangenehm. Daß Fräulein von Rittwitz in ihrer Jugend ein Auge verloren und eine ſchwarze Binde trägt, iſt ein Unglück und hätte vielleicht ſo viel nicht zu bedeuten. Aber ihre Ge⸗ ſichtsfarbe iſt wie die des Haares: unausſprechlich, glanzlos und unangenehm, die Zähne mangelhaft, und leider muß ich es wie⸗ derholen, ſo fatal ihr Aeußeres ſich darſtellt, ſo paßt es doch vollkommen zu ihrem Weſen, zu ihren Manieren!

O wehl o weh! ſagte Herr von B. Sie ſoll unſreundlich ſein, verdrießlich, mißtrauiſch, kurz,